Schulgeschichte

1565 schrieb der Landrichter zu Neunburg Jakob v. Muffling: "So weiß ich auch in dem ganzen Amt von keiner Schule, dann was hie in der Stadt (Neunburg) und im Amt Schwarzhofen, ungeachtet, dass zu Neukirchen (-Balbini) auch ein Markt ist, aber keine Schule darinnen."


Sicher war diese Schule um Jahrhunderte älter und ist ohne Zweifel aus einer Pfarrschule hervorgegangen. Solche Schulen verdanken ihre Entstehung der Kirche; neben der Vermittlung der notwendigen Religionskenntnisse bestand ihre vornehmste Aufgabe in der Heranbildung von Knaben und Sängern für die feierliche Gestaltung des Gottesdienstes und bot begabten Schülern die Möglichkeit der Weiterbildung in Kloster- und Domschulen.

1582 versah Mattheus Pockh das Amt des Schulmeisters und des Marktschreibers. Aus diesem Jahr ist auch ein Verzeichnis der Besoldung und des Einkommens des "Schulstands" zu Schwarzhofen erhalten.  Dienstgründe (Wiesen und Felder) ergänzten das Einkommen, zu dem noch "Zehnten" und alljährlich anfallende Beträge, die sog. "Accidentia" kamen. Zu ersteren gehörte die Einnahme an Lämmern, Hennen, Käsen, Kraut, Rüben und Flachs zu einer Hälfte (die andere hatte der Reichenbachische Probst zum Haag) und die alljährlich in der Pfarrei einzusammelnden Fastenspeisen und die einzufordernden Osterfladen, von denen jeder Bauer einen ganzen, der Müller einen halben und jeder Bürger ein Stück geben sollte. Zu den Accidentien gehörten u.a. das Schulgeld und die Gebühren für Hochzeiten, Taufen und Beerdigungen sowie das, was der Schulmeister in und außerhalb des Markts mit Schreiben "erobern" und zuwege bringen konnte.

Als der bisherige Schulmeister i. J. 1605 gestorben war, empfahl der Landrichter zu Neunburg, v. Winterfeld, den Johann Küttner von Amberg, der seit 11 Jahren in Nabburg tätig gewesen war und an deutschen Universitäten und in Padua studiert hatte. 1607 erhielt Johann Castner den Schuldienst, nach dessen Tod (1621) Georg Kern von Neunburg.

Mitarbeit in der Kinderlehre und im Unterricht der Erwachsenen sowie die Übernahme der Gemeindegottesdienste bei Abwesenheit oder Verhinderung des Pfarrers, gehörte ebenfalls zur Aufgabe des Schulmeisters, der in der Visitation von 1615 als "feiner Prediger" bezeichnet wurde.

Die Doppelfunktion als Schullehrer und Marktschreiber ertrug i. J. 1643 Geldbezüge (von der Kirche), Naturalbezüge an Getreide, Holz, Läutgarben und Läutlaiben, Gebühren von Hochzeiten, Kindtaufen und Leichen. Dazu kamen eine freie Wohnung, und von jedem Schüler 15 kr. Schulgeld im Vierteljahr.

Das Ratsprotokoll von 1706 - 1715 gibt auch einen Einblick in die soziale Lage des Schullehrers. 1710 bittet die Lehrerswitwe Maria Barbara Dötter, den Schuldienst nach dem Tod ihres Mannes, der 34 Jahre in Schwarzhofen tätig gewesen war, ihrem Sohn Michael zu "vergönnen", was der Marktrat unter der Bedingung genehmigte, "dass keine Klage vorkommt". Georg Michael Dötter scheint sich bewährt zu haben; denn 1712 wird er mit Gutheißen des Herrn Pfarrers zum Schul- und Organisationsdienst verpflichtet.

1725 war Dötter gestorben und Johann Andreas Dietz von Schwandorf bewarb sich um seine Nachfolge. Bürgermeister und Rat genehmigten das Gesuch unter der Bedingung, dass Dietz die Witwe seines Vorgängers heiraten sollte, wozu sich dieser verpflichtete. Somit war für die Lehrerswitwe gesorgt. Eine Belastung bedeutete für Dietz allerdings die Verpflichtung, einen Adstanten (Schulgehilfen), der im Schul- und Kirchendienst eingesetzt werden konnte "gegen Verzeichnung einer proportionierlichen Addition" (entsprechenden Besoldung) zu halten. Die Nachfolge des Johann Andreas Dietz trat 1800 dessen Sohn Andreas an. Neben der Auflage, der landesherrlichen Verordnung gemäß und dem Schulplane die Kinder fleißig zu unterrichten, verpflichtete sich der neue Lehrer, sich mit seiner Mutter Franziska zu "verstehen" und ihr die ausgemachten Leistungen richtig zu reichen.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts genügte das bisherige Schulhaus den Ansprüchen nicht mehr:für 616 Gulden versteigerte man 1806 das alte Gebäude und führte im folgenden Jahr den Neubau aus, der 150 Schulkinder aufnehmen sollte.

1835 beantragte Distriktsschulinspektor J. B. Käs bei der Regierung die Einsetzung eines Gehilfen für die Schule in Schwarzhofen. Seine Gründe waren einleuchtend: Die Werktagsschule zählte mehr als 215 Kinder, der alternde Lehrer Andreas Dietz war im Dienst durch Krankheit behindert und die Schule bedurfte einer Hebung. Zwar hatte der Lehrer selbst zwei Söhne, die als Schulgehilfen andernorts tätig waren, sich aber zum Einsatz in ihrem Heimatort nicht eigneten, da sie nicht das gehörige Ansehen und Vertrauen genossen.

Mit dem eingesetzten Schulgehilfen Xaver Königer war Lehrer Dietz höchst unzufrieden, da er weder im Orgelspiel noch im Schuldienst genügende Leistungen aufwies und von der Gemeinde Klagen über ihn einliefen.

Auch der Lehrerssohn Franz Dietz erfüllte, die Erwartungen nicht und wurde 1841 - nach zweijährigem Dienst - durch den Schulverweser Georg Mahl aus Regenstauf ersetzt.

1847 unterrichtete der inzwischen zum 1. Lehrer aufgestiegene Mahl 140 Kinder, 1848 sogar 136 Werktags- und 84 Feiertagsschüler.

Für einen 2. aufzustellenden Lehrer fand 1852 das Landgericht Neunburg eine mögliche Lösung- "Vielleicht könnte der aufzustellende 2. Lehrer insofern er noch ledig ist, vermocht (!) werden, eine der vorhandenen Mesnerstöchter zu heiraten, wodurch der Mesnerdienst wenigstens für die Familie erhalten werden könnte."

Eine wesentliche Neuerung im Schulwesen des Marktes brachte die Errichtung der Mädchenschule. Die erste offizielle Anregung hierzu ging von dem damaligen Obermedizinalrat v. Ringseis aus. Die Vorsteherin des Schulschwesternklosters in Neunburg, Schwester Therese, nahm sich der Angelegenheit tatkräftig an und Pfarrer Andreas Meller, der ebenfalls die Gründung einer Mädchenschule erstrebte, spendete den Betrag von 700 Gulden.

Am 6. Mai 1835 suchte der Magistrat Schwarzhofen unter dem damaligen Bürgermeister Wellnhofer um die Genehmigung der Trennung der Schulen nach Geschlechtern und um die Übertragung der Mädchenschule an die Armen Schulschwestern nach.

Vom Handelsmann Josef Treutner erwarb man den südlichen Teil des ehem. Dominikanerinnenklosters, so dass nach der Genehmigung durch die Regierung am 04.11.1836 dort das neue Schulhaus bezogen werden konnte. Zwei Schulschwestern des Ordens, de notre Dame in Neunburg, Augustina Dotzler und Maria Stauber, begannen am 19.12.1836 den Unterricht.

1886 beantragte der Magistrat Schwarzhofen die Gewährung eines Kreisfondzuschusses zum Unterhalt einer dritten Schulschwester.

Mit Beginn des Jahres 1887 trat die Ordenspostulantin und Lehramtsanwärtin Sophie Kollmann als 3. Lehrkraft ihren Dienst an.

Seit 1888 wirkten in Schwarzhofen:

Kunigunda Tröger
1891 Josef Felder
1894 M. Agreda Fröhler
1896 M. Nathanaela Bruckmüller
1897 Anna Spießl
1900 Ordenspostulantin und Lehramtsanwärtin Luzia Bernecker
1903 Walburga Danner
1904 Gebharda Haider
1905 M. Otto Dreier, Domitilla Baier u. Limanda Schauer
1906 Anna Morasch
1907 Gertud Mayr
1908 Anna Friedl
1912 Viktoria Kastl
1913 M. Rosalia Avela Berger
1915 M. Pinosa Krenig
1915 Katharina Robl
1916 M. Ermenfrida Mosner
1918 Franziska Mar. Reinhilda Mühl
1919 M. Gualberta Bigler


Als 1843 der Schul-Cantor- und Organistendienst dem Schulprovisor Georg Mahl verliehen wurde, erhob die Gemeinde Schwarzhofen Gegenvorstellungen und betonte, dass der derzeitige Lehrer Andreas Dietz sich während seines 50-jährigen Dienstes in Schwarzhofen große Verdienste erworben habe. Pfarr- und Schulgemeinde, heißt es weiter, wünschten seine "Erhaltung auf dem Dienst". Zur Erleichterung sollte ihm sein Sohn Franz, der bereits 13 Jahre im Schul- und Chordienst zur Zufriedenheit der Bevölkerung ausgeholfen hatte, entweder als Gehilfe oder als Verweser des Schuldienstes beigegeben werden.

1870 erwiesen sich die Verhältnisse im bisherigen Schulhaus als ungenügend; deshalb beschloss die Schulsprengelverwaltung Schwarzhofen unterm 25.09. desselben Jahres den Ankauf eines Teiles der Klostergebäude. Zum Schulsprengel Schwarzhofen gehörten zu dieser Zeit Demeldorf, Schwarzeneck, Schwarzhofen, Uckersdorf, Haag (ohne Raggau) und Mitteraschau (ohne Unteraschau und Leinmühle). Die Bevölkerungszahl betrug in diesem Sprengel 1875 2.214, 1880 2.290 Einwohner. Jede der beiden Knabenschulen hatte ca. 90 Schüler, die Mädchenschule besuchten


1878:  175
1879:  182
1880:  178
1881:  179 und
1882:  187 Schülerinnen.


Bis in die Zeit des 2. Weltkrieges unterrichteten 2 männliche Lehrkräfte die Knaben, 2 klösterliche Lehrkräfte die Mädchen. Für beide Schulen bestand eine eigene Schulleitung.

Im Mai 1936 kündigte auf einer allgemeinen Lehrerkonferenz in München Oberregierungsschulrat Böpple den Abbau der klösterlichen Lehrkräfte an, der auch vielerorts durchgeführt wurde. Da das Mädchenschulhaus in Schwarzhofen Eigentum des Ordens der Armen Schulschwestern war und sich auch Bezirksschulrat Vogl in Roding für die Belassung der Schwestern einsetzte, konnten diese bis 1944 weiterhin unterrichten. Am 16. Juli 1944 wurden die Schwestern M. Willerma Sauer und M. Korbiniana Pregler sehr zum Leidwesen der Bevölkerung ihres Dienstes enthoben und durch weltliche Lehrkräfte ersetzt. Ab September 1944 lag der gesamte Unterricht in den Händen des Schulleiters Egerer und der Lehrerin Eugenie Goppel aus Regensburg. Von den 8 Abteilungen kam jede Gruppe dreimal in der Woche zum Unterricht. Anfang Februar 1945 musste der notdürftig aufrecht erhaltene Unterrichtsbetrieb auf Weisung des Gauleiters eingestellt werden, da die Schulräume für Evakuierte bereitgestellt werden sollten. Die unfreiwillige Pause dauerte bis 19. Februar, der Schul- betrieb durch sehr viele Fliegeralarme gestört, konnte wieder aufgenommen werden. Nachdem schon im März das Knabenschulhaus zur Unterbringung von Truppen geräumt, aber nur kurzfristig belegt worden war, kam im April der Unterricht zum Erliegen. Der eigentliche Schulbetrieb begann erst am 17. September wieder. Da die meisten Lehrkräfte wegen Parteizugehörigkeit von den Amerikanern des Dienstes enthoben waren, konnten nur 2 klösterliche Lehrkräfte in den Schülerjahrgängen 1 - 5 im Abteilungsunterricht unter schwierigsten Bedingungen den Unterricht beginnen. Erst mit dem 1. Juli 1946 konnten auch die oberen Jahrgänge wieder erfasst werden.

1947 musste der Unterricht in der landwirtschaftlichen Berufsschule - nach 2jährigen "Schulferien' - wieder aufgenommen werden. Allmählich besserte sich auch die Personallage, so daß 1947 5 Lehrkräfte zur Verfügung standen.

Angesichts der allgemeinen Ernährungslage wirkte sich die im Mai 1947 beginnende Hoover-Schulspeisung vorteilhaft aus. Die Schwestern der Pfründestiftung hatten das Kochen und Verteilen der Speisen (80 - 100 Mahlzeiten) übernommen.

Am 11. Sept. 1969 begann das Schuljahr 1969/70. Es wurde das neunte Schuljahr eingeführt.

Die Volksschule umfasst die Grundschule mit den Jahrgängen 1 - 4 und die Hauptschule mit den Jahrgängen 5 - 9. Die Bestimmungen lauten, dass jeder Jahrgang zweizügig geführt werden muss.

Die Schülerzahl des i. J. 1968 gegründeten Schulverbandes Altendorf - Zangenstein reichte nicht aus, einfache Jahrgangsklassen zu bilden. Erst die Zusammenlegung der Schulverbände Altendorf - Zangenstein mit Schwarzach - Altfalter brachte die erforderliche Kinderzahl. Es bestanden bis 1969 Grundschulen in Altendorf - Zangenstein und eine in Schwarzach - Altfalter so- wie eine Hauptschule Altendorf.

Da die Unterrichtsräume in Altendorf nicht mehr ausreichten, wurden die neuerbauten Schulhäuser in Zangenstein, Schwarzach und Altfalter weiterhin benutzt.

Die Kinder der Gemeinde von Altendorf(Altendorf, Mugglhof) Dürnersdorf (Dürnersdorf, Oberkonhof, Siegelsdorf, Troßau, Schirmdorf), Fronhof, Willhof (Willhof, Unterkonhof, Marklhof, Stabhof) und von den Orten Uckersdorf und Höfen besuchten

 

in Zangenstein
in Altendorf
in Schwarzach
in Nabburg
die Klassen 1,3,4,
die Klassen 2,6,8,
die Klassen 5 und 7,
die Klasse 9

 

Im Jahre 1969 wurde ein völlig neuer Schulverband gebildet. Grundschulen mit den Klassen 1-4 sind in Kemnath b. Fuhrn, Dieterskirchen und Altendorf. Die Hauptschule mit den Klassen 1-9 befindet sich in Schwarzhofen.