Verwaltungsgemeinschaft
Neunburg vorm Wald
 
Gemeinde
Dieterskirchen
 
Markt Neukirchen-
Balbini
 
Markt
Schwarzhofen
 
Gemeinde
Thanstein
 
Neunburg vorm Wald vernetzt
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Geschichte – Die Verwaltungsgemeinschaft Neunburg vorm Wald im Rückblick

Die Gebietsreform – Geburtsstunde der Verwaltungsgemeinschaft Neunburg vorm Wald
Mit Beginn der Gemeindegebietsreform hat sich im Gebiet des ehemaligen Landkreises Neunburg vorm Wald das Gebilde der Gemeinden erheblich verändert. Die Mehrzahl der Gemeinden im Landkreis Neunburg vorm Wald bestand aus zum Teil unter 100 bis zu 500 Einwohnern. Diese Größenordnungen entsprachen vielfach kaum mehr den Anforderungen an eine moderne Leistungsverwaltung. Wenn man sich vor Augen hält, dass in Bayern 1/3 der bayerischen Gemeinden nur eine Einwohnerzahl bis zu 300 Einwohnern und mehr als die Hälfte der Gemeinden eine solche bis 500 Einwohnern hatte, so wird deutlich, dass die Gebietsreform im Hinblick auf die steigende Gesetzesflut kommen musste, um den Abbau des Leistungsgefälles zwischen den "Stadtgemeinden" und den "Landgemeinden" zu fördern. Mit dem 1. Gesetz zur Stärkung der Kommunalen Selbstverwaltung wurden darum vom Freistaat Bayern zwei Wege beschritten, um zu leistungsfähigeren Einheiten zu kommen. Die Erleichterung gemeindlicher Zusammenschlüsse von Einheitsgemeinden über 3.000 Einwohnern und die Bildung von Verwaltungsgemeinschaften.

Dabei wurde seitens des Freistaates herausgestellt, dass beide Körperschaften, sowohl die Einheitsgemeinde mit wenigstens 3.000 Einwohnern als auch die Verwaltungsgemeinschaften mit wenigstens 5.000 Einwohnern gleichberechtigte und gleichwertige Teile der Gemeindegebietsreform sind.

 

Die Gründung der Verwaltungsgemeinschaft
Für die jetzigen Mitgliedsgemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Neunburg vorm Wald, der Gemeinde Dieterskirchen, dem Markt Neukirchen-Balbini, dem Markt Schwarzhofen und der Gemeinde Thanstein bestanden schon Jahre vor der Gründung der Verwaltungsgemeinschaft Bestrebungen, eine Verwaltungsgemeinschaft zu bilden. Nach langen Bittgängen bei den Behörden und wiederholten Vorsprachen bei der Regierung der Oberpfalz war es dann am 1. Juli 1976 so weit; die Verwaltungsgemeinschaft Neunburg vorm Wald wurde mit Verordnung der Regierung der Oberpfalz vom 09.04.1976 gegründet. Mit dem Beitritt der "letzten" Gemeinden (Kulz am 1.1.78; Alletsried, Hansenried und Zangenstein am 1.5.78) verwaltete die Verwaltungsgemeinschaft damit 16 der insgesamt 36 Gemeinden des ehemaligen Landkreises Neunburg vorm Wald.

Dass trotz der grundsätzlichen Bemühungen teilweise schwierige und langwierige Verhandlungen bis zur Geburtsstunde der Verwaltungsgemeinschaft erforderlich waren, belegen die Presseberichte aus dem Vorfeld der Gründung. Man errinnere sich hierbei nur an die anfängliche Diskussion, ob die VG mit oder ohne der Stadt Neunburg vorm Wald gebildet werden soll. Oder auch der Wunsch der ehemaligen Gemeinde Kulz, sich mit Winklarn anstatt mit Thanstein zusammenzuschließen. Schwierig vielleicht auch deswegen, weil damals eine solche Form der Verwaltung noch in den Kinderschuhen steckte. Aber das sollte sich bald ändern.

 

Auflösung der Realsteuer-Stelle
Zweck der Verwaltungsgemeinschaft ist die Zusammenfassung und Bündelung der Verwaltungskraft der Mitgliedsgemeinden in einer zentralen Dienststelle. Die Verwaltungsgemeinschaft soll deshalb das umfassende Dienstleistungszentrum für die Verwaltungsaufgaben der beteiligten Gemeinden schlechthin sein. Mit der Qualität dieser Verwaltung steht und fällt nicht nur die Leistungsfähigkeit der Verwaltungsgemeinschaft selbst, sondern auch die Funktion für die Mitgliedsgemeinden. Je wirkungsvoller der Verwaltungsverbund arbeitet, desto größer ist die Chance der Mitgliedsgemeinden, alle ihre Aufgaben bestmöglich zu erfüllen, insbesondere auch den Bürgerinnen und Bürgern in allen Verwaltungsangelegenheiten fachkundig zu helfen. Die personelle Besetzung, die räumliche Unterbringung und die sachliche Ausstattung der Verwaltungsgemeinschaft sind deshalb auch für die Mitgliedsgemeinden von grundlegender Bedeutung.

Alle Angelegenheiten des übertragenen Wirkungskreises der Mitgliedsgemeinden sind die Aufgaben der Verwaltungsgemeinschaft. Dazu gehören die Aufgaben des Standesamtes, der Pass- und Meldebehörde, des Wahlamtes und noch vieles mehr. In den Angelegenheiten des eigenen Wirkungskreises wirkt die Verwaltungsgemeinschaft bei der Vorbereitung der Beschlüsse der Gemeinderäte bzw. Marktgemeinderäte mit und vollzieht diese anschließend (angefangen von der Planung, Finanzierung bis zur Beitragsabrechnung).

Nicht zu vergessen ist auch die Einholung der Steuern. Erledigt wurde dies bisher von der Realsteuerstelle. Dieser Zweckverband war am 1. April 1938 für die Landkreise Neunburg vorm Wald und Oberviechtach gebildet worden. Mit Wirkung vom 1. September 1949 erstreckten sich die Verwaltungsaufgaben nur noch auf die Gemeinden des Altlandkreises Neunburg vorm Wald. Mit der Gründung der Verwaltungsgemeinschaft wurde diese Institution überflüssig und der Zweckverband zum 30. Juni 1976 aufgelöst.

 

Konstituierende Sitzung am 1. Juli 1976
Am 1. Juli 1976 fand im Verwaltungsgebäude der Verwaltungsgemeinschaft Neunburg vorm Wald, Rötzer Str. 7a, in Neunburg vorm Wald, um 16:20 Uhr die 1. Sitzung (die sog. "konstituierende Sitzung") der Gemeinschaftsversammlung statt, zu der das Landratsamt Schwandorf als Rechtsaufsichtsbehörde mit Schreiben vom 18. Juni 1976 eingeladen hatte. Neben den Mitgliedern der Gemeinschaftsversammlung, die vollzählig anwesend waren, nahmen an dieser ersten und wegweisenden Sitzung auch Vertreter der Regierung der Oberpfalz und des Landratsamts Schwandorf teil.

 

Bürgermeister Weiß erster Gemeinschaftsvorsitzender
Zum ersten Gemeinschaftsvorsitzenden wurde der Bürgermeister der größten Mitgliedsgemeinde, der Erste Bürgermeister des Marktes Schwarzhofen, Herr Mathias Weiß, gewählt. Zu seinem Vertreter wurde der Erste Bürgermeister des Marktes Neukirchen-Balbini, Herr Xaver Hinteneder, berufen. In der Gemeinschaftsversammlung, die das entscheidende Organ der Verwaltungsgemeinschaft darstellt, war der Markt Schwarzhofen als größte Gemeinde mit 3 Gemeinschaftsräten vertreten, die anderen Gemeinden zunächst mit jeweils zwei. Im weiteren Verlauf erhöhten sich auch für die Gemeinde Dieterskirchen und den Markt Neukirchen-Balbini die Zahl der Gemeinschaftsräte auf jeweils drei; lediglich in Thanstein blieb es bei zwei Gemeinschaftsräten, da diese Gemeinde nach wie vor unter 1.000 Einwohnern hat.

 

Rudolf Scheitinger wird erster Leiter der Geschäftsstelle
Als Leiter der Geschäftsstelle, die sich von 1976 bis 1980 in der Rötzer Straße befand, bestellte die Gemeinschaftsversammlung am 1. Juli 1976 Herrn Kreisinspektor Rudolf Scheitinger, der bis dahin beim Landratsamt Schwandorf beschäftigt war. Neben dem Verwaltungsleiter nahmen noch weitere fünf Beschäftigte am 1. Juli 1976 ihre Arbeit auf. In den ersten Wochen musste sich die Verwaltungsgemeinschaft erst in ihren neuen Aufgabenbereich einarbeiten. Für die noch verbleibenden Monate des Jahres 1976 galt es einen "Rumpf-Haushalt" aufzustellen. Die Verwaltungsgemeinschaft finanziert ihren Aufwand durch unmittelbare eigene Einnahmen und durch die Umlage des ungedeckten Bedarfs auf die Mitgliedsgemeinden (=VG-Umlage).
 

Umlageschlüssel "Einwohnerzahl" beschlossen 
Damals beschloss die Gemeinschaftsversammlung den Umlageschlüssel nach der Einwohnerzahl jeder Mitgliedsgemeinde auszurichten. An diesem Umlageschlüssel wurde bis heute festgehalten, da sich gezeigt hat, dass dieser wohl am aussagekräftigsten und gerechtesten ist. Im ersten Jahr betrug die Umlage noch gerade mal knappe 50,00 DM pro Einwohner. Bedingt durch die ständig hinzukommenden Aufgaben erhöhte sich diese Umlage Jahr für Jahr und beträgt zwischenzeitlich im Jahr 2006 ca. 115,00 €/Einwohner. Darin enthalten sind auch die Kosten für das neu erbaute Amtsgebäude. Das Haushaltsvolumen erhöhte sich in gleichem Maße: Betrug es 1976 nur 170.000 DM erhöhte es sich bis zum Jahr 2006 kontinuierlich auf 728.200 €.
 

Suche nach neuen, passenden Unterkunft
Bereits 1978 begann eine – wie sich später herausstellen sollte – lang andauernde Suche nach einer passenden Unterkunft. Aufgrund von Raumproblemen wurde bereits am 2. August 1978 erstmals beschlossen, in das zwischenzeitlich leerstehende Landratsamtsgebäude zu wechseln. Da aber damals die Verwaltungsgemeinschaft als einzige Behörde in dieses Gebäude eingezogen wäre und die Kosten deshalb als zu hoch befürchtet wurden, wurde dieser Beschluss wieder revidiert. Also schlug man 1980 die Zelte im ehemaligen Gesundheitsamtsgebäude im Herzen der Stadt Neunburg vorm Wald, Im Berg 15, auf, wo man schließlich bis 1998 blieb. Doch auch dort wurde es bald wieder zu eng. Auch das Alter des denkmalgeschützten Gebäudes machte sich allenthalben bemerkbar. Allein die schlauchartige Anordnung und der Zuschnitt der Räume war für die zwischenzeitlich 11 Beschäftigten alles andere als hilfreich. Die Toiletten für das Personal und Besucher erinnerten an Sanitäranlagen aus der Nachkriegszeit.

Bereits seit 1987 waren die damals Verantwortlichen wieder auf der Suche nach einer neuen Bleibe. Der ursprünglich angebotene Erwerb des Anwesens scheiterte letztlich an den Preisvorstellungen bzw. an den immens hohen Sanierungskosten. Zahlreiche ins Visier genommene Mietobjekte scheiterten, da diese entweder zu klein, zu groß oder zu teuer waren. 1996 war es dann endlich so weit; von den Eheleuten Götz wurde eine 1.200 qm große Teilfläche ihres Grundstücks in der Kolpingsstraße in Neunburg vorm Wald auf Erbbaurechtsbasis erworben, wo dann ab 1996 mit dem Bau des neuen Amtsgebäudes begonnen wurde.

Der Bau dieses neuen Amtsgebäudes war zweifelsohne einer der Highlights in der Geschichte der Verwaltungsgemeinschaft Neunburg vorm Wald. Der eigens dafür von der Gemeinschaftsversammlung ins Leben gerufene Bauausschuss sorgte für einen raschen und reibungslosen Bauablauf. Im Frühjahr 1998 wurde der Neubau nach nur 15monatiger Bauzeit fertig gestellt und am 23. März 1998 bezogen. Die feierliche Einweihung fand am 1. Juni 1998 im Beisein zahlreicher öffentlicher Repräsentanten statt.
 

Gemeinschaftsvorsitzende
Nach dem "Gründungsvorsitzenden" Mathias Weiß wählte die Gemeinschaftsversammlung im Mai 1978 den Neukirchener Bürgermeister Xaver Hinteneder für die nächsten sechs Jahre zum Gemeinschaftsvorsitzenden. Danach folgte ab Mai 1984 der Thansteiner Bürgermeister Johann Bauer, ehe 1990 der Dieterskirchener Bürgermeister Johann Schwendner für sechs Jahre zum Vorsitzenden gewählt wurde. 1996 bis 2008 führte der Schwarzhofener Bürgermeister Maximilian Beer die Verwaltungsgemeinschaft. Sein Nachfolger, Erster Bürgermeister von Neukirchen-Balbini Wolfgang Probst, leitete die Verwaltungsgemeinschaft von 2008 bis 2014. Im Jahre 2014 wurde er durch den Ersten Bürgermeister von Dieterskirchen, Hans Graßl, abgelöst, welcher aktuell die Geschicke der Verwaltungsgemeinschaft leitet.

 

Leiter der Geschäftsstelle
Kürzer ist die Liste der Leiter der Geschäftsstelle. Seit 1. Mai 1976 bis 31. Januar 1992 leitete Rudolf Scheitinger die Geschicke der Verwaltung. Ihm oblag auch der schwierige Part des Verwaltungsaufbaus. Am 1. August 1992 wurde er von Karl Berger abgelöst. Ab Februar 1999 hatte Peter Hartl diese Aufgabe inne. Seit 01.01.2006 bis 31.12.2010 leitete Johann Krämer die Geschäftsstelle. Abgelöst wurde Johann Krämer von Sabine Wilde, die die Geschäftsstellen vom 01.06.2011 bis zum 31.05.2012 führte. Ihr Nachfolger Sven Lederer war bis zum 30.09.2012 bei der Verwaltungsgemeinschaft tätig. Aktuell hat die Stelle Andre Schille inne.

 

Beschäftigte
Der Personalstand der Verwaltungsgemeinschaft hat sich aufgrund der ständig gestiegenen Aufgaben und Anforderungen von anfangs 6 Beschäftigten (Vollzeit) auf nunmehr 8 Vollzeitbeschäftigte und 7 Teilzeitbeschäftigte erhöht.
 

Einwohner
Die Einwohnerzahl der vier Mitgliedsgemeinden hat sich seit dem 1. Juli 1976 (damals noch ohne die erst später hinzugekommenen ehemaligen Gemeinden Kulz, Alletsried, Hansenried und Zangenstein) von damals 3.819 auf nunmehr etwa 4.533 erhöht (Stand: 30.06.2012).