Verwaltungsgemeinschaft
Neunburg vorm Wald
 
Gemeinde
Dieterskirchen
 
Markt Neukirchen-
Balbini
 
Markt
Schwarzhofen
 
Gemeinde
Thanstein
 
Neunburg vorm Wald vernetzt
Teilen auf Facebook   Teilen auf Twitter   Drucken
 

Kulturzentrum "Schießl-Haus"

Das Nutzungskonzept für das geplante Kulturzentrum „Schießl-Haus“ und das weitere Vorgehen standen im Mittelpunkt der Sitzung des Arbeitskreises „Ortsentwicklung, Denkmalpflege, Tourismus und Kultur“ jüngst im Rathaus. Bürgermeister Markus Dauch begrüßte dazu auch als Gäste Gebietsreferent Dipl.-Ing. Raimund Karl vom Landesamt für Denkmalpflege, die Architekten Siegi Wild und Barbara Wilnhammer aus Furth im Wald und die  Vorsitzende des Arbeitskreises Erdstallforschung Birgit Symader. Architekt Wild bedankte sich eingangs, dass er eine umfangreiche Ideensammlung für die geplantes Kulturzentrum Schießl-Hauskünftige Nutzung des Schießl-Anwesens erhalten habe. Diese gelte es nun Denkmalschutz-kompatibel zu machen. Architektin Wilnhammer zeigte Fotos vom Objekt, informierte über die kürzlich erfolgte Nivellierung des Geländes im Hofraum und stellte den aktuellen Planungsstand vor.

VG-Geschäftsstellenleiter Andre Schille wies auf die Bedeutung der Kosten und ihrer Finanzierung hin. Insbesondere die Folgekosten sollten so gering wie möglich gehalten werden. Weiter warf er die Frage auf, wie und von wem (Gemeinde, Verein, Stiftung) einst das geplante Kulturzentrum betrieben werden soll.

Für Architekt Wild ist es jetzt wichtig, ein energetisches Konzept zu erstellen, abzustimmen wer was macht, die Übernahme des Baumanagements (Verein) und des späteren Bauunterhalts zu klären. Die Logistik (Küche und WC) sollte außerhalb des Hauptgebäudes untergebracht werden. Er schlug vor, das Haus durchgehend begehbar zu machen. Der AK Erdstallforschung sollte Räume erhalten und der Gewölbestall für größere Veranstaltungen hergerichtet werden. Der Raum über dem Stall könnte für Technik und als Depot (Stuhllager) dienen. Das Obergeschoss sollte nach seinen Vorstellungen für Ausstellungs- und Vereinsräume verwendet werden. Der Stadel könnte ebenfalls für Ausstellungen (z.B. der alten FFW-Spitze und FFW-Leiter) Platz bieten. Eine Durchfahrt  zum dahinter liegenden Garten müsse frei bleiben. Um den weiteren Verfall der Gebäude Einhalt zu gebieten, wären jetzt auch Sicherungsmaßnahmen erforderlich.

Ortsheimatpfleger Karl-Heinz Probst sprach sich gegen den weiteren Ausbau der Obergeschosse aus, Ausstellungsräume müssten barrierefrei erreichbar sein; zudem könnten die Kosten erheblich minimiert werden (z. B. geringere Brandschutzauflagen). Als Ausstellungsraum für den AK Erdstallforschung biete sich der Gewölbekeller im Erdgeschoss an; somit könne der Nutzungsbereich für die Erdstallforschung gebündelt werden.

Gebietsreferent Raimund Karl freute sich, dass der Neukirchner Arbeitskreis schon weiß, was man mit dem Anwesen machen könne. Er stellte die Frage nach dem Weg der Umsetzung des geplanten Projektes. Er gab zu bedenken, dass es am Ende immer um das Geld gehe. Das Pferd müsse somit anders aufgezäumt werden. Schließlich würden allein für die Sanierung des Hauptgebäudes nach seinen Schätzungen mindestens 600 000 Euro benötigt. Karl: „Wer soll das bezahlen?“ VG-Leiter Schille hofft auf Eigenleistungen und Zuschüsse aus verschiedenen Fördertöpfen.

Gebietsreferent Karl schlug als Hauptfinanzierungsquelle den Entschädigungsfond vor. Für diese Sondermittel müsse man sich umgehend anmelden; anschließend seien weitere Fördergeber zu suchen (z.B. für Innenausstattung). Zunächst sollten jetzt die Schäden an den Gebäuden festgestellt und dokumentiert werden. Ein weiterer Schritt sei die Erforschung der Entwicklung des Anwesens; hier habe Ortsheimatpfleger Probst schon gute Vorarbeit geleistet. Dann müsse endgültig das Nutzungskonzept festgelegt werden, das den Sanierungsaufwand mitbestimme. Sollen Haus und Stadel überwiegend während des Sommers genutzt werden, muss geheizt werden? Nach der Größe der Veranstaltungen ergebe sich auch die Anzahl der WC-Anlagen, weiter seien feuerpolizeiliche (Brandschutz, zweiter Fluchtweg) und statische Belange zu berücksichtigen. Danach seien die Kosten zu ermitteln und der Umfang der möglichen Eigenleistungen festzulegen. Karl schlug vor, Anfang 2015 ähnliche Objekte wie in Neukirchen, die bereits realisiert worden sind, zu besichtigen. Und dann könne man der Bevölkerung zeigen, was das Schießl-Anwesen für ein tolles Haus ist. Im nächsten Halbjahr gehe es nun darum, die notwendigen Finanzmittel zu erhalten. Die Umsetzung werde in mehreren Phasen erfolgen und könne bis zu zehn Jahren dauern.

Die Vorsitzende des Arbeitskreises Erdstallforschung, Birgit Symader, stellte den Raumbedarf für die geplante Anlaufstelle für Erdstallforschung vor. Benötigt werde ein trockener Raum für Archiv/Bibliothek sowie ein Ausstellungsraum. Für Herrichtung und Ausstattung werde der AK Erdstallforschung selbst sorgen und sich auch um die Förderung kümmern. Erdstahl im Schießl-HausDer Erdstall im Keller werde weiter untersucht, die Grabungserlaubnis ist bereits erteilt worden. Nach der Erforschung soll der Erdstall zumindest teilweise für die Öffentlichkeit präsentiert werden. Die Betreuung, auch Führungen, werden die AK Erdstall-Mitglieder übernehmen. Das Erdstall-Projekt könnte bereits beim Tag des offenen Denkmals im September 2015 der Bevölkerung vorgestellt werden.

Gebietsreferent Karl gab Architekt Wild einen Aufgabenkatalog mit: Erstellung eines aussagekräftigen Aufmaßes, einer statischen Befundung und von mindestens zwei Nutzungskonzepten (oder nur eines, wenn es passt). Sicherungsmaßnahmen sollten nach einem Konzept erfolgen, es sei kein Aktionismus nötig (wenig, aber gezielt). Er regte an, einen Bauforscher einzuschalten. Diese notwendigen Voruntersuchungen werden ebenfalls bezuschusst (mindestens zu 50 Prozent).

Bürgermeister Dauch bekräftigte, dass der Markt den von Gebietsreferent Karl aufgezeigten Weg gehen wolle. Derzeit werden die Sichtung des Bestandes und die Entrümpelung fortgesetzt. Die Ausgrabungen im Erdstall haben mittlerweile begonnen. Der Markt weist ausdrücklich daraufhin, dass das Betreten des Anwesens - allein schon aus Sicherheitsgründen - nur befugten Personen gestattet ist.