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Von der erstmaligen urkundlichen Erwähnung bis heute

In enger Verbindung zueinander stehen Kloster und Markt Schwarzhofen. Wenn der Ort im Jahre 1237 erstmals erwähnt wird, - Heinrich Graf von Ortenburg auf Murach schenkt die dortige Kirche den Dominikanerinnen vom Kloster hl. Kreuz in Regensburg - so bedeutet dieses Jahr keineswegs etwa auch die Gründung des Ortes.

Wann Schwarzhofen entstand, ist unbekannt, doch könnte das frühere Kirchenpatrozinium St. Laurentius einen gewissen Anhaltspunkt bieten. Die meisten diesem Heiligen geweihten Kirchen stammen wohl aus dem 10. und 11. Jahrhundert. Ursprünglich war Schwarzhofen eine Filiale der Pfarrei Oberviechtach, wurde 1237 Pfarrei und 1307 erscheint Neunburg als Tochterkirche von Schwarzhofen. Die Größe des Pfarrgebietes im Mittelalter, zu dem u. a. außer Neunburg Aschau, Katzdorf und Taxöldern gehörten, erforderte 8 Geistliche, unter denen sich ein Kaplan für St. Jakob in Neunburg befand. Das Kloster Schwarzhofen dürfte, von Regensburg aus gegründet, bereits 1260 bestanden haben.

In Schwarzhofen weilte auch die Kaiserin Elisabeth, Gemahlin Konrads IV. (t 1254), als ihr Sohn Konradin nach Italien zog. Von der Gefangennahme des Sohnes benachrichtigt, brach sie alsbald nach Italien auf, musste jedoch noch während ihrer Reise von dessen tragischen Ende in Neapel (1268) erfahren.

1285 scheint das Mutterkloster in Regensburg seine Schwestern aus Schwarzhofen abberufen zu haben; denn seit dieser Zeit schweigen die Quellen über ein Jahrhundert lang über dieses Kloster, das bis zum Anfang des 15. Jahrhunderts als Regensburgische Propstei verwaltet worden sein dürfte.

Wann eine Wiederbesiedlung des Schwarzhofener Klosters von hl. Kreuz in Regensburg aus erfolgte, lässt sich nicht genau feststellen. Als die Hussiten in das oberpfälzische Grenzgebiet im 15. Jahrhundert einbrachen, litten Markt und Kloster schwer unter den Verwüstungen. 1418 brannte der Feind den Markt erstmals nieder, 1427 erduldete der Markt das gleiche Schicksal und 1428 ein drittes Mal. 1433 zeigten sich plündernde Hussiten erneut in der Umgebung Neunburgs, und erst die Schlacht bei Hiltersried im selben Jahre setzte den Raubzügen ein Ende.

Um 1526 hielt die Reformation Einzug in Schwarzhofen: 1529 verließ Pfarrer Wolfgang Lindhart, der sich der Lehre Luthers zugewandt hatte, seine Pfarrei. Ihm folgte in der Person des Pfarrers Wolfgang Rapp ein katholischer Priester, der sich jedoch ebenfalls während seiner Amtszeit der neuen Lehre zuwandte. Als Untertanen der oberen Pfalz sahen sich die Bürger Schwarzhofens dem Zwang zum mehrfachen Wechsel vom Luthertum zum Kalvinismus ausgesetzt, bis im Zuge der Rekatholisierung 1626 mit zwei Jesuitenpatres das katholische Bekenntnis wieder in Schwarzhofen begründet wurde.

Diese Wiederherstellung des katholischen Bekenntnisses ging nicht ohne Härten vor sich, und zudem zeigten sich immer mehr die entsetzlichen Auswirkungen des dreißigjährigen Krieges, die zunehmend Hab und Gut der Bürgerschaft vernichteten.

Die noch vorhandenen Akten zeigen den Markt Schwarzhofen im 16. Jahrhundert als wohlgeordnetes Gemeinwesen, das vier Bürgermeister, acht Ratsherren und vier Viertelsmeister verwalteten.

Eine Reihe von Zunftbriefen aus der gleichen Zeit geben Auskunft über das Leben in den Schwarzhofener Handwerkszünften, etwa der Binder, Leinweber, Riemer, Schlosser, Glaser und Weber, die ihre Mitglieder einer strengen Ordnung unterwarfen, ihnen aber auch gleichzeitig Schutz gegen unlautere Konkurrenz oder das Eindringen von "Stümpern" boten.

Eine nicht geringe Rolle spielte im Markte auch das Brauwesen, das nicht weniger strengen Bestimmungen von Seiten des Landesherrn unterlag und im Kommunebrauhaus jedem Bürger gegen Erlass des Ungelds, des Kesselgeldes und eventueller finanzieller Auflagen durch den Marktrat als Benützungsgebühr das Braurecht zugestand.

Handel und Gewerbe waren nahezu vernichtet, als der dreißigjährige Krieg 1648 endete, und es dauerte viele Jahrzehnte, bis seine schlimmsten Spuren beseitigt waren, doch sollte nach einem halben Jahrhundert der Spanische Erbfolgekrieg erneute Bedrängnis über die Bürger bringen. 1703 drangen die Österreicher in die Oberpfalz ein und nahmen im folgenden Jahre die Untertanen in Eid und Pflicht, und die Schwarzhofener mussten bald fühlen, was es heißt, unter feindlicher Besatzung zu leben.

1705 waren die Ämter Neunburg und Murach Schauplatz einer Bauernerhebung, deren Niederwerfung den Österreichern manche Probleme brachte.

1714 beendete der Friede von Rastatt Krieg und Besatzung, der bayerische Kurfürst erhielt sein Land zurück, aber schon 1742 marschierte im österreichischen Erbfolgekrieg erneut eine große österreichisch-ungarische Armee ins Land, und 1743 erhielt Schwarzhofen wieder eine österreichische Besatzung, die mit ihren Forderungen an die Bevölkerung auch des Umlandes keineswegs kleinlich verfuhr.

Als die Österreicher nach dem Friedensschluss 1745 abzogen, war den Bürgern wieder eine Zeit des Aufbaus geschenkt, die allerdings durch Teuerung und Missernten in den Jahren 1761, 1770, 1771 und 1772 nicht unwesentlich beeinträchtig wurde.

Die französische Revolution von 1789 und die Kriegserklärung Frankreichs 1792 brachten zunächst starke Truppenbewegungen im Raum Neunburg - Rötz und damit erneut viele Entbehrungen für die Bevölkerung. Handel und Handwerk litten in der napoleonischen Zeit schwer. Dazu kam als besonders schmerzliche Tatsache für die Bürger des Marktes im Jahre 1803 die Auflösung des seit 1691 wieder bestehenden Klosters, dessen Besitzungen der Staat vereinnahmte.

Die durch die Klosteraufhebung erwachsenden Nachteile für die Bevölkerung sowie die Auswirkungen des Krieges veranlassten Bürgermeister und Rat Schwarzhofens, im 19. Jahrhundert sich nachdrücklich um die Verbesserung der Verkehrsverhältnisse und vor allem um Wochenmärkte immer wieder zu bemühen. Eine Besserung der Verkehrsverhältnisse trat jedoch erst mit der Organisation des Postwesens und der Eröffnung der Bahnlinie Nabburg - Schönsee ein. Zum Leidwesen der Schwarzhofener wurde jedoch der für sie sehr wichtige Bahnhof im Gebiet der (ehem.) Gemeinde Uckersdorf gebaut

Die Zeit nach 1870 brachte Jahre einer stürmischen Aufwärtsentwicklung, die durch den 1. Weltkrieg im Jahre 1914 jäh unterbrochen wurde. Die Kriegsjahre 1914/18 forderten auch aus der Marktgemeinde Schwarzhofen zahlreiche Opfer die jedoch zu denen im 2. Weltkrieg in keinem Verhältnis standen. Gegen Ende des 2. Weltkrieges 1945 richteten Bombenabwürfe an den Ortsrändern und in den Fluren Schäden an, auch Tote unter der Zivilbevölkerung waren zu beklagen.

Noch in den letzten Kriegstagen wurden Elendszüge von Konzentrationslager-Häftlingen durch den Ort getrieben, bevor kurze Zeit später amerikanische Truppen Schwarzhofen besetzten.

Als in den letzten Kriegsjahren der Luftkrieg der Alliierten immer größere Ausmaße annahm, wurden Evakuierte aus dem Rheinland und Ostpreußen in Schwarzhofen untergebracht. Ihnen folgten nach Kriegsende Evakuierte aus Schlesien und dem Sudetenland. Dazu kamen noch Letten, die im ehemaligen RAD-Lager untergebracht wurden.

Erst nach der Währungsreform des Jahres 1948 kam der wirtschaftliche Aufstieg. Kleinere und größere Betriebe boten neue Arbeitsplätze und damit eine neue Existenz. Die Eingemeindung von Schwarzeneck und Demeldorf stärkte die Wirtschaftskraft Schwarzhofens und ermöglichte die Erfüllung wichtiger Gemeinschaftsaufgaben (Straßenbeleuchtung, Neubau eines Feuerwehrgerätehaus, Verbesserung der Wasser- und Stromversorgung, Wegebauten und Schulhausbau mit Turnhalle, sowie die Errichtung eines neuen Sportplatzes). Die Gebietsreform von 1972 schuf mit der Gründung der Großgemeinde Schwarzhofen ein Gemeinwesen, das eine gute Verwirklichung wichtiger Vorhaben in der Zukunft erhoffen lässt.