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Naturdenkmal Sattelross

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Beim "Sattelross", handelt es sich um einen großen Granitblock, welcher ca. 100 m von der Straße - Einmündung der Kreisstraße SAD 40 in die Staatsstraße 2398 - entfernt im Wald liegt. Er ist über den Lehrpfad "Zukunftswald Dieterskirchen - Niedermurach" zu erreichen. Seit 1950 ist das Steinmonument als Naturdenkmal naturschutzrechtlich gesichert. 

 

Viele Sagen ranken sich um diesen Stein. Eine davon ist im Heimatbuch Dieterskirchen von Dr. Georg Völkl nachzulesen:

 

Das verwünschte Schloss

 

Am Sattelstein, wo sich das pferdeförmige Felsgebilde erhebt, soll früher ein stolzes Schloss gestanden sein. Ihre Herren brachten durch Rauben und Plündern dereinst der Bevölkerung unendlich viel Qual und Leid.

Infolge eines Fluches versank das Schloss samt seinen Bewohnern und nur das steinerne Ross zeigt heute noch die Stätte. An gewissen Tagen aber erhob sich das Gebäude an die Oberfläche. Dann waren alle Fenster erleuchtet und eine rauschende Musik ertönte aus ihm; es wurde gespielt und getanzt. Mancher schon ging da nichtsahnend hinein; wiedergekommen ist er aber nicht mehr. 

Beim Tavernwirt in Dieterskirchen diente einst ein verwegener Knecht, namens Hans. Mit Erlaubnis seines Dienstherrn begab er sich in das aufgetauchte Schloss am Sattelstein. In der Küche brodelte und schmorte es. Auf dem Tisch standen fertiggekochte Speisen und ein funkelnder Wein. Der Knecht aß und trank gehörig. 

Als um die elfte Stunde ein schwarzer Mann hereinkam, sagte zu ihm der junge Bursche furchtlos: „Magst keine Knödel, kannst mitessen!“ Aber der Fremde blickte nicht auf, zog vielmehr an der gegenüberliegenden Wand einen Vorhang zur Seite und legte sich in das dahinterstehende Bett. Der Knecht speiste langsam fertig und wollte sich dann auch zur Ruhe begeben. Er trat zum Bett und sprach: „Ruck Alter!“. Der aber rührte sich nicht. Da schob er ihn zurück und legte sich daneben. 

Nun begann das Bett im Zimmer herumzurasen, zu hüpfen und springen, dass es den Burschen sogar bis zur Decke emporwarf. Punkt zwölf Uhr stand das Bett still und er schlief ein. In der zweiten Nacht ging es noch ärger zu. 

In der dritten Nacht kamen ihrer Fünfe mit Knochenkegeln und Totenköpfen als Kugeln. Der Bursche musste mit ihnen kegeln, sollte aber mehr treffen als alle anderen zusammen. Drei Schub waren ihm erlaubt. Damit aber schob er sie alle hin und traf das letzte mal auch den König. Nun führten sie ihn hinaus in einen Gang und fielen mit ihm in eine Höhle hinunter. Dort musste er schmieden und doch meinte er, kaum den Hammer heben zu können. Glücklicherweise brachte aber der Oberste der Geister seinen Bart in den Schraubstock und verlor dadurch seine Stärke. Gewaltig schlug nun der Geselle auf ihn ein, bis er um Schonung bat. Er erhielt sie und damit auch seine Erlösung. 

Das Schloss ist seitdem verschwunden. Dem furchtlosen Hans aber gehörten alle Schätze. Mit seinem Reichtum kehrte er heim und gab den Armen den vierten Teil.