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Naturdenkmal Thamerstüberl

Zeichnung von Georg Dorrer

Das so geheißene Thamerstübl war eine Naturstube im Prackendorfer Steinbruch. Ihre Wände und Decken waren aus mächtigen Granitklötzen aufgeblockt; hinein konnte man nur durch ein enges Einschlupfloch gelangen. Nach dem ersten Weltkrieg haben Steinhauer die Felsen gesprengt und zu Pflastersteinen verarbeitet. Den Namen hat es von einem gewissen Thomas, der hier als freier Sohn der Natur zu Beginn des vorigen Jahrhunderts hauste. 

Seine schwarzen Pläne führte er zu nachtschlafender Stunde aus. Da waren es besonders besser begüterte Bauern der Umgebung, auf welche er es abgesehen hatte. Sein Revier reichte wohl im Gevierte von Neunburg und Schwarzhofen bis gegen Winklarn und Rötz. 

Zu seiner Ehre muss aber dem verrufenen Thamer nachgesagt werden, dass er die Beute, welche er Begüterten durch List und Gewalt abnahm, mit den Armen und Notleidenden wiederum redlich teilte. 

Mancher bedrängte Häuslersmann, dem sein einziges Kühlein an einer bösen Seuche oder am Futtermangel eingegangen war, fand am nächsten Morgen zu seiner Überraschung ein vollwertiges Ersatzstück an die Krippe gebunden. „Das hat der Thamer getan“, getraute man sich natürlich nicht zu sagen; aber es war so.

Auch mit Bargeld hat seine meist unsichtbare Hand gar vielen Bedürftigen ausgeholfen, ohne Schuldschein, Zins oder gar Rückzahlung zu begehren. Es fiel ihm ja auch nicht ein, das Erbeutete den Beraubten jemals wieder zurückzuerstatten. Der listige Thamer ergatterte nach seiner Manier oft größere Summen und hatte dafür manchmal gar keine Verwendung. Dann versenkte er seinen Überfluss an Silbermünzen in die Klüfte und Ritzen seines Felsenstübleins. 

 

(Quelle: Heimatbuch der Gemeinde Dieterskirchen von Dr. Georg Völkl)