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Stonehenge

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Götterriten, Totenkult - das vermuten die meisten Wissenschaftler hinter den bizarren Megalithgräbern von Stonehenge in Südengland. Denn in der rund 4000 Jahre alten kreisförmigen Steinanlage mit ihren 56 regelmäßig angelegten Gruben wurden zahlreiche Menschenknochen gefunden. Weitere bedeutende Steinkulturen befinden sich in Skandinavien, Frankreich sowie auf Malta.

 

Im Rahmen der 1994 gedrehten Dokumentarfilmreihe des Bayerischen Rundfunks "Schauplätze der Weltkulturen" entstand für den ersten von insgesamt zehn Beiträgen mit dem Titel "Stonehenge und die Megalithkultur" die Idee, Stonehenge mit seinen Steinmonumenten in Kulz von Menschenhand nachzubauen.

 

Der Fernsehfilm sollte zeigen, wie Stonehenge, das größte steinzeitliche Denkmal Europas vor ca. 4500 Jahren mit seinen tonnenschweren Steinblöcken entstand: wie die Steinblöcke transportiert, wie sie paarweise aufgestellt und wie sie mit dem quer darüber liegenden Stein verbunden wurden.

 

In Stonehenge benötigten die Menschen der Steinzeit jeweils ein Jahr, um ein Tor aus drei Steinquadern aufzurichten, der Bau der gesamten Anlage in England nahm vermutlich mehrere Jahrhunderte in Anspruch.

 

Für die Fernsehproduktion musste alles viel schneller gehen, es sollte auch ein Steinmonument genügen, jedoch ohne Maschinenhilfe und wie in der Steinzeit nur mit einigen hundert Helfern aufgerichtet werden.

 

Drei Steinquader mit je 40 Tonnen wurden im Granitsteinbruch von Alois Herrmann durch Sprengungen gewonnen und mit einem Autokran zum etwa vier Kilometer entfernten Standort an der Gemeindeverbindungsstraße Kulz - Krähhof transportiert.

 

Nur mit Muskelkraft wurden die Megalithen in Kulz gezogen. Auf Baumstämmen, die eine bewegliche Unterlage bildeten, gelang es den 200 Helfern (90 Mitglieder des THW Neunburg vorm Wald, 110 Helfer aus Kulz und Umgebung), die Steinblöcke mit Hanfseilen ziehend zu bewegen. Am Bestimmungsort angekommen wurden sie über eine Rampe in die vorbereitete Baugrube gekippt.

 

In den späten Abendstunden des zweiten Tages, dem 23.10.1994, war der Aufbau erst beendet. Die freiwilligen Helfer wurden an beiden Tagen während ihrer Arbeit in einem extra aufgestellten Zelt verpflegt.

 

Der Regisseur der Filmdokumentation, Dr. Meinhard Prill, erklärte zu den Dreharbeiten, dass man den Menschen eine Ahnung davon vermitteln wollte, welche Erfahrungen die Menschen früher hatten. Wie sie mit Stein, Erde und Holz umgingen und welche unvorstellbaren Leistungen sie vollbringen konnten.

 

Vier Informationstafeln, die 1996 rund um das Monument im Ortsteil Kulz der Gemeinde Thanstein aufgestellt wurden, dokumentieren dessen Geschichte.