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Obstlehrpfad

Vorschaubild

Die Idee
Im Gebiet der Gemeinde Dieterskirchen sollten die Feldflur besser erschlossen und die landwirtschaftliche Besitzstruktur neu geordnet werden. Dies konnte nur unter Berücksichtigung der in vielen Jahrhunderten gewachsenen Kulturlandschaft geschehen. Einen besonderen Wert legte dieTeilnehmerschaft auf die Erhaltung und Ergänzung der Kleinstrukturen.Da sowohl in den Hoflagen als auch in der freien Feldflur viele alte Obstbäume standen, sah der Landschaftsplaner neben Feldgehölzen aus Wildsträuchern auch Obstbäume vor. Zum Zeitpunkt derNeuverteilung im Jahre 1991 reifte die Idee, das Wissen über die Obstsorten einem breiten Publikum zugänglich zu machen und einen Obstlehrpfad zu errichten.

 

Der Lehrpfad
Der Obstlehrpfad mit über 100 Obstsorten gliedert sich in verschiedene Themenbereiche. An markanten Punkten stehen Schautafeln mit Erläuterungen. Der Weg ist mit Tafeln ausgeschildert, die den Korbiniansapfel zeigen. Dieser Apfel ist nach dem Pfarrer Korbinian Aigner (v. 1885 – 1966) benannt, der nahezu 1000 Obstsorten gezeichnet hat. An den Bäumen sind Sortenschilder mit den wichtigsten Merkmalen wie Haltbarkeit, Standortansprüche, Reife, Geschmack und Verwendung angebracht.

 

1. Ausgangspunkt der Wanderung ist die Schule. Hier werden alte Sorte und wärmeliebende Obstarten wie Pfirsich, Eßkastanie, Aprikose gezeigt, die für dieses Klima getestet werden sollen.
2. Der Weg führt nach Süden entlang zu einem sonnigen, südexponierten Hang, wo meist neue Sorten wie Golden Delicious ihre Eignung für die Oberpfalz unter Beweis stellen.
3. Über Streuobstreihen als Verbindungselemente geht es in die Flurlage Ried zu einer kleinen, neu angelegten Streuobstwiese.
4. Wir überqueren die Staatsstraße (Vorsicht!) und gelangen in einen Feuchtbereich mit seltenen Pflanzen und Tieren.
5. Entlang einem Wasserlauf stehen Wild- und Mostobstsorten mit unterschiedlichen Standortansprüchen.
6. Der südlichste Punkt des Lehrpfads ist eine klimabegünstigte, warme Kuppe mit altem und ergänztem Baumbestand, eingesäumt von einer Windschutzhecke.
7. Der Weg führt uns nun wieder Richtung Ortschaft zu einer großen, neuangelegten Streuobstwiese am alten Sühnekreuz (mit Weberschiffchen).
8. Bevor wir die Wanderung an der Schule beenden, können wir uns im Dorfwirtshaus an der Kirche stärken. Im dahinterliegenden Bauhof kann die Obstpresse besichtigt werden.

 

Die Umsetzung
Die in Dieterskirchen vorkommenden Obstsorten sind namentlich nur in wenigen Fällen bekannt. Sie stammen aus alten Sorten, die aus Sämlingen und später auch durch Reiserveredelungen weitervermehrt und an das jeweilige Lokalklima angepaßt wurden. So sind Bäume vorzufinden, die die rauhe Umgebung vertragen, deren Früchte gute Lagerfähigkeit aufweisen oder einfach gut schmecken. Leider weisen sie oft ein hohes Alter auf und sind meist stark vergreist. Mit Dr. GILCH aus Schönthan, Stadt Oberviechtach, fand sich ein Obstspezialist, der sich bereiterklärte, die bewährten Sorten zu vermehren.

 

korbinian-gr.JPG

Korbiniansapfel

 

Über 40 Dieterskirchener haben hierzu Veredelungsreiser zur Verfügung gestellt, so daß schließlich über 350 Bäume gepflanzt werden konnten. Die Sortenbestimmung führte ein Pomologe (Obstwissenschaftler) durch. Der Garten- und Obstverschönerungsverein (GOV) organisierte eine Obstausstellung. Dort wurden die von den Besuchern mitgebrachten Früchte begutachtet. Außerdem konnten Interessierte unter Anleitung von Dr. Gilch die verschiedenen Möglichkeiten der Veredelung praktisch erproben.

 

Die Verwertung
Der Anbau von Obst ging im Mittelalter Der Anbau von Obst ging im Mittelalter von den Klöstern aus. Oft wurde der Obstanbau auch von den weltlichen Herrschern gefördert und diente zur besseren Nahrungsmittel-, Nährstoff- und Vitaminversorgung der ländlichen Bevölkerung. Wegen der hohen Schadstoffbelastung in Lebensmitteln aus der Massenproduktion besinnt sich die Bevölkerung immer mehr auf heimisch produzierte ungespritzte Früchte. Die Verwertung kann, abhängig von der Sorte, unterschiedlich sein. Wenig lagerfähige Obstsorten müssen schnell verarbeitet werden und eignen sich zum Einmachen, für Kuchen oder die Saft-, Most- und Weinherstellung (Weißer Klarapfel, Danziger Kantapfel). Lang lagerfähige wie Roter Eiserapfel oder Gelber Edelapfel dienen der Vitaminversorgung im Winter. Dür die Dieterskirchner hat der GOV im Kelterraum des neuen Bauhofs eine Presse angeschafft. Lassen Sie sich das Obst in den verschiedenen Formen schmecken und erproben demnächst den „Apfelkuchen sehr fein“

 

Rezept "Apfelkuchen sehr fein"

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Guten Appetit!

 

4 Äpfel
125 g Zucker
125 g Butter
3 Eier
150 g Weizenmehl
50 g Stärkemehl
2 Teel. Backpulver
Puderzucker
1 - 3 Eßl. Milch

 

Butter u. Zucker schaumig rühren, die Eier nach und nach zugeben und dann das mit Backpulver vermengte Mehl. Den Teig in eine Springform füllen und mit den geschälten, halbierten Äpfel gelegen, die gewölbte Seite, die in gleichmäßigen Abständen ca. 1 cm tief eingeschnitten wurde, nach oben. Dünn mit Puderzucker bestäuben, damit der Kuchen gänzend wird, dann 30 - 35 Minuten bei 200 Grad abbacken und weitere 5 - 10 Min. im Ofen belassen. Beim Backen läuft Teig teilweise über das Obst.

 

Weitere Informationen: https://www.oberpfaelzerwald.de/obstlehrpfad-dieterskirchen