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Pfarrkirche Sankt Ulrich

Pfarrkirche Sankt Ulrich

Kirchplatz 3
92542 Dieterskirchen

Pfarrei Dieterskirchen
Pfarrkirche Sankt Ulrich

Von Josef Menath/Robert Bergschneider

 

Patrozinium: 4. Juli

 


Kirchengeschichte
Wie schon der Name verrät, stehen am Anfang der Ortsgeschichte zwei Faktoren: ein adeliger Besitzer und eine Kirche, die wohl schon früh zu einer Pfarrkirche erhoben wurde. Wie die ganze Oberpfalz geriet auch diese Pfarrei in die Wirren der Reformation, wurde im 16. Jahrhundert evangelisch und zeitweise kalvinisch, bis sie nach 1622 wieder den katholischen Glauben übernehmen musste; der Hofmarksinhaber von Horneck auf Hornberg wurde erst 1688 katholisch. Selbständige Pfarrei wurde Dieterskirchen wieder 1707, seitdem ist ihr die Expositur Kulz angegliedert. Als Kirchenpatron war von Anfang an der heilige Bischof Ulrich vorgesehen; erst als die Kirche das Gnadenbild der „Maria vom Siege“ erhielt, kamen Bestrebungen auf, sie als Patronin einzusetzen; aber schließlich setzte sich doch wieder der ursprüngliche Kirchenpatron Ulrich durch. 

 

Baugeschichte
Der erste nachreformatorische Pfarrer fand mehr eine Ruine als eine intakte Kirche vor, zumal diese 1632 auch noch von den Schweden gebrandschatzt worden war. Es bedeutete wohl einen Glücksfall, dass die Horneck-Witwe 1719 einen böhmischen Freiherrn heiratete, der gegenüber kirchlichen Belangen aufgeschlossener war als die Hornecks. Jetzt plante man einen Kirchenneubau. 1741 ging der kurfürstliche Baumeister Josef Wolf aus Amberg ans Werk. Die Innenausstattung zog sich bis 1767 hin. Das festliche Altartrio und die Deckengemälde, der mächtige Turm und die sorgfältig gegliederte Westfassade lassen ahnen, dass man dieses Gotteshaus als „Adelskirche“ besonders auszeichnen wollte. Spätere Zutaten beeinträchtigten eher diesen Gesamteindruck. Das letzte Jahrhundert steuerte das Hochaltarblatt und die obere Empore bei. 1920 bekam die Kirche ihre Glasgemälde. 1983 erfolgte eine gründliche Renovierung. 

 

Baubeschreibung
Der Grundriss der Kirche entspricht dem seit 1700 üblichen Modell einer ländlichen „Wandpfeiler“-Kirche: das Schiff besteht aus drei Fenstereinheiten (Jochen) und ist von einer Tonne überwölbt, in die über den Fenstern tiefe Stichkappen eingeschnitten sind. Im Innern werden die Joche durch fast quadratische Wandpfeiler markiert, die in reich gestufte Gesimse auslaufen. Am Gewölbe dagegen verliert sich diese Jocheinteilung, so wollte es der Zeitgeschmack seit 1720. An das nördliche Ostjoch lehnt sich ein wuchtiger Turm, der bis zur schmucken Barockhaube hinauf seine quadratische Struktur beibehält. Das Untergeschoß ist vom Kircheninneren aus zugänglich und nimmt die Marienkapelle auf. Vormals Läutkammer.

 

Der Chor ist etwas schmaler und niedriger als das Schiff und besitzt als Wölbung eine allseits abgerundete „böhmische Kappe“. Sei vieleckiger Abschluss macht deutlich, dass man bei dem Neubau den Unterbau seines gotischen Vorgängers beibehalten hat. An die Südseite ist die Sakristei angebaut.

 

Quelle: Kirchenführer des Dekanates Neunburg vorm Wald, Herausgegeben vom Bischöflichen Dekanalamt Neunburg vorm Wald